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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: The Wonders (2014) - Licht ist Leben

Die Leinwandgöttin triumphiert über den Möchtegerngott

Gesehen: The Wonders (2014) - Licht ist Leben
Bild: ZDF, Simona Pampallona

Der Film beginnt mit Scheinwerfern, die durch das Dunkel der Nacht schneiden, das Haus anleuchten, über die Körper der im Bett liegenden Kinder hinwegschweifen. Es ist, als ob diese Welt, diese Leben, diese Kinder nur innerhalb des Lichtkegels für diesen einen Moment existieren und dann zurück in das Nichts der Dunkelheit und aus der Ebene unserer Existenz gleiten.

Alice Rohrwacher spielt mit dem Licht als Symbol oder gar Essenz des Lebens – etwa mit dem Strahl, der durch Schwebstaub hindurch in den dunklen Raum fällt und das Mädchen ihn mit den Händen wie Wasser aus einem Hahn auffängt und vorsichtig „trinkt“

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Gesehen: Schwere Jungs (2006) - Große Leerstelle

Leerstellen wie in jeder zweiten deutschen Firmenchronik

Gesehen: Schwere Jungs (2006) - Große Leerstelle
Bild: Constantin Film

So harmlos, wie der Film tut, ist das alles dann irgendwie doch nicht. Dass in einem derartigen Film eher nicht die Nazirhetorik ausgepackt wird, um für „Zeitkolorit“ zu sorgen, lässt sich ja noch irgendwo nachvollziehen. Hier ist diese Zeit jedoch eine große Leerstelle.

Wenn sie anspielenderweise zum Thema gemacht wird, dann vor allem durch einen strammen Sportfunktionär, der sinngemäß und nationaltrunken davon schwadroniert, dass es jetzt darauf ankäme, Deutschland wieder an der Weltspitze zu positionieren. Der Film lädt gewissermaßen zum Wegschmunzeln dieses offensichtlichen, unverhohlenen Altnazitums ein, das er an allen anderen Stellen so bequem ausblendet.

Außerdem: Dass 1952 homosexuelle Männer

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Gesehen: Bad Education (2004) - Schubladenspiel

Von Traumata so schwer, dass sie nur durch mehrere Filter erzählt werden können

Gesehen: Bad Education (2004) - Schubladenspiel
Bild: Studiocanal

Ein verschachteltes Vexierspiel, das ein Trauma aufbricht, die Teile in verschiedene Schubladen steckt, diese wahlweise für immer verschließt, in verschiedensten Konstellationen öffnet und miteinander kombiniert oder sie gar herausreißt und den Inhalt auf dem Boden verteilt.

Pedro Almodóvar erzählt hier von Erfahrungen, die derart schwer wiegen, dass sie offenbar selbst im Film nur durch den Filter eines Films erzählt werden können. Dass mehrere Abstraktionsebenen eingezogen werden müssen, um sie zur Sprache bringen oder gar verhandeln zu können.

Er geht sogar so weit, dass seine Figuren in ein anderes Geschlecht flüchten, um möglichst weit weg vom eigenen, das so eng mit

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Gesehen: Arlington Road (1999) - Kollektive Ignoranz

Der GAU ist nicht die Eskalation, sondern die Umstände, die sie ermöglichen

Gesehen: Arlington Road (1999) - Kollektive Ignoranz
Bild: Filmjuwelen

Adäquat inszenierter Verschwörungsthriller, der kaum an Dringlichkeit verloren hat, und ein so folgerichtiges wie konsequentes Ende nimmt. Spannend ist, dass der Film die Paranoia letztlich nicht über die eigentliche Verschwörung einzieht, sondern über die kollektive Ignoranz ihr gegenüber.

Damals™ wie heute richtig, im Film wie in der Realität: Alle notwendigen Werkzeuge, alle akademischen, gesellschaftlichen und exekutiven Strukturen, um Kontrolle über diese Form der Zersetzung zu erlangen und Eskalation zu verhindern.

Aber in dem Wissen darum ist eben auch der Glaube daran angelegt, dass aufgrund der Vorbereitung und Bereitschaft eben nichts passieren könne. Aus Leichtfertigkeit wird Blindheit, aus Blindheit wird Ignoranz,

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Gesehen: Z (1969) - Gespannte Verwaltung

Costa-Gavras macht Bürokratie spannend und spielt Puzzle mit der Wahrheit

Gesehen: Z (1969) - Gespannte Verwaltung
Bild: Filmjuwelen

Mit welchem Rhythmus und welcher Lässigkeit hier eine Reihe von Verwaltungsakten, also die bürokratische Seite des Autoritarismus, inszeniert wird, ist ein ambitioniertes und verführerisches Kunststück, das mich an Melville, Dassin oder auch Lumet erinnert.

Costa-Gavras bricht die Wahrheit – oder das, was gemeinhin als Wahrheit begriffen wird – Stück für Stück in immer kleinere Fragmente auf, und lässt sie von den politischen Akteuren seiner Erzählung immer wieder neu zusammensetzen. Die innere Logik und Plausibilität dieser neuen Puzzlebilder spielen dabei immer kleinere Rollen.

Denn je weiter die Lage eskaliert, je verrohter die Mittel werden, desto egaler wird die formulierte Herleitung. Es geht nur

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Gesehen: Castration Movie Anthology ii. The Best of Both Worlds (2025) - Gratwanderung im Affekt

MACH, DASS ES AUFHÖRT!

Gesehen: Castration Movie Anthology ii. The Best of Both Worlds (2025) - Gratwanderung im Affekt
Bild: Louise Weard

Das hat sich für mich sehr danach angefühlt, als ob sich dieser Teil nun mit aller Kraft gegen eine intellektualisierte Rezeption zu wehren versucht – so sehr ist dieser Film auf Überwältigung und sensorische Überreizung ausgelegt.

Natürlich lassen sich die porträtierten Anordnungen auch auf einer rein abstrakten Ebene auseinanderdröseln und bearbeiten. Aber was hier, zumindest bei mir, auf der Ebene des reinen Affekts passiert ist, war enorm und hat formal ähnliches Kino wie das von Gaspar Noé (mit LUX ÆTERNA und CLIMAX) fast schon alt aussehen lassen.

Der Film wagt die permanente Gratwanderung zwischen Solidarität und Isolation, zwischen Unterdrückung und Entfaltung,

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